Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Vor zwei Jahren haben wir geheiratet.
Eigentlich wollten wir das nie tun. Einmal genügt, hatten wir beide gesagt. Einmal geschieden waren wir beide, als wir uns vor fast 20 Jahren kennen- und lieben lernten.
Warum trotzdem heiraten? Nun, wir werden älter, und es wird wichtiger, sich gegenseitig abzusichern, der Steuerberater meinte, wir sollen dem Finanzamt nichts schenken, die Familie hat endlich das Drängen aufgegeben und nicht mehr damit gerechnet. Kurzum, jetzt war die Gelegenheit günstig. Der 20.07.2007 sollte es sein. So war das besprochen, dachte ich mir.
Am 17. Mai 2007 wurden wir beim Standesamt Wiesbaden vorstellig. Dass man keinen Aushang mehr braucht, wussten wir. Dass man keine Trauzeugen mehr braucht, hatten wir gehört. Olivia, meine auserkorene Zeugin, war mit ihren frisch-angetrauten Ehemann gerade in Paris. Alex, von Michael bestimmter Trauzeuge, lag mit Grippe im Bett. Aber wir wollten ja erst im Juli...
"Wann wäre denn der nächste freie Termin?", fragte Michael scheinheilig den Standesbeamten. Der blätterte in seinem Buch. "Nächste Woche."
"Gut, dann heiraten wir nächste Woche." Im Juli ist es sowieso viel zu heiß. Wir machen das ohne Trauzeugen."
Mir fiel die Klappe runter. Als ich schließlich auch mal gefragt wurde, sagte ich verwirrt: "Na ja, also, aber, na ja. Ist gut."
Bei der Arbeit einen Tag frei genommen. Olivia und Alex wurden informiert, dass sie weiter in Paris bzw. im Bett bleiben können. Wir ziehen das alleine durch. Gefeiert wird später.
Und so standen wir beide allein am Freitag, den 25. Mai im großen Trausaal, hübsch angezogen. Ich hatte einen wunderschönen Strauß Pfingstrosen.
Die Rede habe ich gar nicht richtig mitgekriegt, nur dass wir in einem Boot gemeinsam in die gleiche Richtung rudern sollen.
Nach einer Viertelstunde waren wir Mann und Frau.
Es war sauheiß. So fuhren wir erstmal heim und zogen uns lockerer an. Und die Blumen ins Wasser.
Dann gingen wir gepflegt miteinander essen und machten einen schönen Ausflug in den Taunus.
Das weiße Pferd auf dem Foto haben wir an diesem Tag gesehen. Nein, ich bin nicht von einem Prinz auf einem Schimmel in den Himmel der Liebe entführt worden, sondern war mit einem ganz alltäglichen Mann hier. Aber: Es war die allerschönste Hochzeit, die ich in meinem Leben je erlebt habe! 
Am Wochenende war Pfingsten und herrliches Wetter.
Mit unseren Familien hatten wir ein Treffen für Montag geplant. Außer meinem Vater war keine eingeweiht. Und der hielt sogar dicht.
Die haben das erstmal nicht glauben wollen. Nach fast 18 Jahren Hochzeit, und dann heimlich, still und leise! Wir bekamen Gratulationen.
Mit langen Gesichtern mussten wir auch zu Recht kommen. Diese hatten wir allerdings mehr von der älteren Generation erwartet. Getäuscht. Die Jungen waren sauer.
Erst kürzlich sagte Julia, wie enttäuscht sie war. Sie hätte sich dann gerne schulfrei genommen, um dabei zu sein.
Kürzlich kam der zweite "Schock", als die Älteste meines Bruders Georg an Ostern verkündete, sie sei jetzt auch verheiratet, das habe sie ihrer Tante Xam nachgemacht.