Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
eingebaut worden sind. Normalerweise hätte ich das schon längst gemacht, aber
wegen meiner vielen Zeit bei Michael im Krankenhaus leidet mein Haushalt und
Hobbies. So etwas ist ja nicht ganz wichtig.
Micha war die Treppe, die vom Dachgeschoss in den ersten Stock führt,
heruntergestürzt und auf den Kopf gefallen. Ich dachte, er sei tot, wie er da lag mit
offenen verdrehten Augen. Nach 1.-Hilfe-Maßnahmen hat er aber wieder geatmet
und ich den Krankenwagen gerufen. Bei dem Sturz war er mit dem Gesicht auf die
Spitze eines Balkens der Wendeltreppe geknallt. Dann ist er weiter gefallen und mit
dem Hinterkopf auf die Steinfliesen geschlagen.
Heute Abend ist Michaels Unfall schon 2 Wochen her. Er hat am Hinterkopf einen
Schädelbruch. Sein Gehirn hat geblutet. Das kam zum Glück von selbst zum
Stillstand. An dieser schlimmsten Stelle musste er nicht operiert werden, lag
aber sechs Tage auf der Intensivstation zur Beobachtung. Man war ständig auf
eine Not-OP vorbereitet. An den ersten beiden Tagen wusste er nicht mehr als
seinen Namen und sein Geburtsdatum. Mich kannte er auch, sonst nichts.
Vorigen Sonntag haben sie ihn in die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung verlegt.
Sein Gesicht soll dort operiert werden. Leider kann da nichts von selbst heilen.
Das sollte schon am Montag gemacht werden. Da fehlte aber das schriftliche
OK vom Amtsgericht, dass ich für ihn unterschreiben darf, weil er selbst
nicht entscheidungsfähig ist. Ohne Unterschrift machen die Ärzte nichts. Jetzt bin
ich für ein halbes Jahr sein Vormund. Es geht also auch nicht bei Eheleuten
automatisch.
Der zweite OP-Termin sollte am Freitag sein. Das musste wieder verschoben werden,
weil nach der OP unbedingt Michaels Körperfunktionen überwacht werden müssen,
aber die Geräte von anderen Patienten auf den Intensivstation belegt waren. Wir -
einschließlich des Ärzteteams - hoffen, dass es Morgen wirklich endlich geht.
Es wird keine einfache OP. Michael hat ein Loch im Schädelknochen am rechten
Jochbein rechts (das ist unterhalb vom Auge). Außerdem sind in dieser Gesichtshälfte
die Knochen zersprungen und verschoben. Die Kieferhöhle muss auch wieder
aufgebaut werden und die Nase ist eventuell in Mitleidenschaft gezogen. Man sieht es
ihm nicht an, er sieht gar nicht mal schlecht aus, bis auf ein paar blaue Flecken. Das
heisst aber nur,dass die Haut nicht viel abbekommen hat.
Jetzt ist Michael wieder gut ansprechbar. Man kann normal mit ihm reden. Es wurde
jeden Tag ein bisschen besser. Gestern hat er sich sehr gefreut, weil sein bester
Freund ihn besucht hat. Das ist Pitti, von dem ich in meinem Blog 2 Gedichte
veröffentlicht habe.
Seit Micha in einer normalen Station ist, darf er im Rollstuhl rausgeschoben werden.
Auf den Beinen ist er zu unsicher. So kann er auch seine geliebten "Kippchen" vor
dem Eingang oder im Dachgarten rauchen. Ich hatte keine Vorstellung, wie schlimm
Nikotinentzug sein kann! Mit seinem verwirrten Kopf machte er ständig Aufstand in
der Intensiv. Nikotinpflaster haben gar nichts genutzt. Das ist nervig.
Zum Glück habe ich 2 1/2 Wochen Urlaub, kommende Woche noch. Den hatte ich mir
natürlichganz anders vorgestellt. Wir wollten nach dem Fenstereinbau ein bisschen
in Deutschland verreisen. Ende nächster Woche sollte unser Dach neu gedeckt
werden. Das konnte ich jetzt ohne Probleme absagen bzw. verschieben aufs nächste
Jahr.
Die neuen Fenster hat ein Rentner aus dem Ort für uns in Empfang genommen. Der
muss nun Morgen auch ins Krankenhaus. Er hatte beim Abladen geholfen. Dabei ist
ihm ein Oberarmmuskel gerissen.
Ein Unglück kommt halt selten allein. Wenn schon, dann gleich mehrere.
Unsere liebste Nachbarin wurde vor ein paar Tagen ins Krankenhaus gebracht. Akute
Herzbeschwerden. Sie hat eine Virus-Infektion am Herzmuskel.
Die beiden sind in der selben Mainzer Klinik. Michael liegt in Wiesbaden.
Meine Schwägerin wird am Freitag mit den beiden Kindern in die Ukraine fliegen. Ihr
Vater ist schwer am Herz erkrankt. Er ist nicht ins Krankenhaus gegangen, weil die
Versorgung dort lange nicht so gut wie hier zu Lande ist. So kann man nur hoffen,
dass er alles zu Hause gutübersteht und richtig gesund wird. Er ist 53 Jahre.
Ich selbst bin ziemlich durch den Wind, nehme mich aber zusammen. Vor einer Woche
amSamstag mittag bin ich in die Klinik gefahren, wie jeden Tag. Unterwegs bin ich bei
Rot über eine Ampel gerauscht und wurde geblitzt. Auf dem Heimweg war ich so
unkonzentriert, dass ich von der Straße abgekommen bin auf den Bürgersteig (wo
aber niemand war). An dem scharfkantigen Bordstein ging der eine Reifen kaputt.
Das war nicht mehr weit von zu Hause, und ich bin mit dem Platten heimgefahren.
Es gibt aber auch viel Anteilnahme. Verwandte und Freunde rufen an, erkundigen sich
und bieten Hilfe an. Meinen kaputten Reifen hat Gerd gewechselt, der im Erdgeschoss
wohnt. Er hat auch die Fenster eingebaut.
Unsere Wohnung ist kolossal durcheinander, hauptsächlich wegen der neuen Fenster.
Für den Ein- und Ausbau musste ich Platz schaffen. Außerdem habe ich die alten
Stufenmatten auf der Unfalltreppe rausgerissen und muss den alten Kleber noch
wegkratzen. Neue rutschfeste Auflagen habe ich bestellt, die ich fest auf die Holzstufen
klebe.
Es steht auch noch unsere Einkommensteuererklärung 2008 an, die ich endlich zusam-
menbasteln will, dafür aber erst mal Ordnung in das Chaos unserer Unterlagen bringen
muss. Und natürlich gibt es etliche Wege wegen Michael.
Es ist also viel für mich zu tun in der kommenden Woche.
Vorige Woche bin ich abends bloß immer wie ein Stein ins Bett gesackt und habe relativ
langegeschlafen. Nur ein einziges Mal habe ich ferngesehen.
So, das war nun umfangreich von mir.
Nun macht´s gut! Drückt uns bitte noch die Daumen für Michaels OP und Genesung.
Es freut mich, wenn Ihr wieder mal bei mir reinschaut!
Herzliche Grüße an Euch alle!
Xamantao :^)