| Die Frau am Telefon fragte, was für eine Katze wir gerne haben möchten. Zwei wollen wir. Zwei, die aneinander gewöhnt sind, Oldies, die keiner sonst mehr nimmt. Sie sollen halt nicht krank sein, denn wir sind Anfänger mit Haustieren.  Die Frau freute sich, dass da jemand ohne Sonderwünsche war. „Müssen es denn alte Katzen sein? Wir haben ganz viele junge Kätzchen unterzubringen?“ Katzenbabies! Oh jaaaa! Nichts lieber als das! Wir durften gleich kommen. Einen Transportkorb wollte die Frau uns leihen, auch das erste Futter mit geben. Wir sollten 50 DM (ja, damals war es noch die gute alte Wöhrung!) pro Katze als „Spende“ mitbringen und einen Vertrag mit ihr machen. Micha war auch ganz aufgeregt. Sofort fuhren wir los. Es war eine alte Villa. Wir klingelten, traten ein und im Flur umzingelten uns fünf große Hunde. Etwas mulmig war es mir schon,bis die Hausfrau kam. Die Hunde waren alle friedlich und wollten begrüßt und gestreichelt werden. Die nette Dame brachte uns in ein kleines Zimmer, das voller leerer Pappkartons war. Der Spielplatz der kleinen Katzen. Zuerst war kein Kätzchen zu sehen, nur am Rumpeln hörte man, dass sich zwischen den Kartons etwas bewegte. Schon kam ein Kätzchen zum Vorschein. Wir waren begeistert. Es war das Katerchen. Bis das andere Kleine auftauchte, dauerte es eine Zeit lang. Das war goldig!  Den Wurf von fünf Kätzchen hatte jemand in einem Karton vor ihrer Haustür abgestellt, erzählte die Frau. Diese beiden Kätzchen waren unzertrennlich,immer beisammen und die Frau war froh, sie gemeinsam vermitteln zu können. Einer der fünf großen Hunde hatte zuvor Welpen gehabt, die sie schon weiter gegeben hatte. Und das merkwürdige war passiert: Diese Hündin adoptierte die kleine Katzenbande und gab ihnen ihre Milch. „Ob die gelernt haben, zu bellen?“, fragte Michael. Wir bekamen unsere Instruktionen. Dass wir die beiden möglichst ein dreiviertel Jahr nicht raus lassen sollten, zum Beispiel. Sie waren ungefähr 10 Wochen alt und passten zusammen in meine beiden Hände. Micha konnte sie sogar in eine Hand nehmen: Eine Handvoll Glück! Bei uns daheim ließen wir die Kätzchen in der Küche raus und zeigten ihnen erstmal, wo das Futter steht, dann das Katzenklo. Der Korb, den wir für zwei alte Katzen gekauft hatten, war natürlich viel zu groß. Ich überlegte kurz und polsterte eine alte Waschschüssel mit einer Wolldecke aus. Das war ihr Schlafzimmer für die nächsten Wochen, wo die zwei Süßen sich aneinandergekuschelt wohl fühlten.  neugierige Katzenkinder (die Fotos auf diese Seite sind mein Eigentum) Vorsichtig gingen die beiden auf Erkundungstour in unserer Wohnung. Wir waren gespannt. Schlau waren die! Sie hatten sich gleich gemerkt, wo die Futterstelle und das Katzenklo sind. Das kleinere zog sich plätzlich am Rand der Katzentoilette hoch und purzelte bauz-per-dauz hinein. Dort erledigte es sein Geschäftchen. Mit Appetit futterten sie die Mischung aus Quark mit Ei. Wir nahmen jeder eins auf den Schoß, Micha den kleinen Kater und ich das andere Tierchen. Schnurrend ließen sie sich streicheln. Es war also auch bei ihnen „Liebe auf den ersten Blick“. Und an den Mensch, der sie zuerst genommen hat, haben sie sich besonders gewöhnt: Katerchen an den Katzenvater, Mietze-Mädchen an mich. "Wie sollen sie denn heißen?" Michael hatte für den Kater gleich einen Namen: Otto. Bei dem anderen Kätzchen konnten wir nicht erkennen, ob es ein Männlein oder ein Weiblein ist. Den Namen durfte ich mir ausdenken. Ich war ganz hingerissen von der kleinen Mietze. Mit der Namensgebung ließ ich mir Zeit. Nach ein paar Tagen entschied ich: Emma. Und wenn es doch ein Kater ist, heißt er „Emil“. Emma verhielt sich von Anfang an wie ein Mädchen – und sie war es auch. Versprochen: ich schreibe weiter von den beiden Kleinen. Es war eine so schöne Zeit, mit aufregenden Erlebnissen, wie Otto und Emma heran wuchsen! |