Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Kommst Du mit mir auf einen Sparziergang zum Mainufer, zur letzten Maininsel vor der Mündung in den Rhein? Es ist nicht weit, aber ich möchte Dir etwas zeigen.
Diese Insel heisst "Maaraue". Auf der Maaraue sind Schrebergärten, ein Schwimmbad, ein Fußballplatz und mehrere Sportstätten. Es gibt viele Ausflugslokale, einen Hundeübungsplatz, kleine Werften, einen Jachthafen, wo auch Hausboote liegen. Es gibt Bootsanlegestellen, eine große Liegewiesen mit Grillplatz und Schutzhütte, einen Campingplatz, Boots- und Rudervereine und die schöne Aussicht über den Rhein nach Mainz. Wenn man die Maaraue von der Kostheimer Seite betritt, ist da ein stillgelegtes Klärwerk, das von einer Künstlergruppe genutzt wird, und eine herrliche Kastanienallee, durch die ein Fußweg führt.
Diese Allee wäre fast den Baumsägen zum Opfer gefallen. Das Grünamt (oder so ähnlich heisst das) der Stadt Wiesbaden hatte beschlossen, dass diese alten Bäume nicht mehr standfest sind, Astbruch haben und deshalb gefällt werden und neue junge Bäume her müssen. - Hintergrund ist allerdings, dass Wiesbaden gemeinsam mit Mainz im Jahr 2020 die Bundesgartenschau gerne ausgerichtet hätte. Mainz hat sich aus finanziellen Gründen längst von dem Projekt verabschiedet. Aber Wiesbaden liebäugelt immer noch damit. Wenn nicht eine Bürgerinitiative ganz vehement für die Erhaltung dieser Kastanien gekämpft hätte, wenn nicht so viele Bürger ihre Unterschrift gegeben hätten, wenn nicht die Politiker befürchtet hätten, dass sie bei den Kommunalwahlen baden gehen, dann hätten wir hier einen Kahlschlag.
Aber zum Glück ist es nochmal gut gegangen, voriges Jahr hat die Stadt zugesagt, nur die absolut notwendigen Baumfällungen und -restaurierungen durchzuführen. Und zum Beweis haben die Bäume voriges Jahr herrlich dagestanden. Auch dieses Jahr kommen sie wieder.
Aber das alles will ich Euch heute NICHT zeigen, denn auf der Insel gehen wir nicht weit. Wir gucken uns mal bei der Brücke um, die von Kostheim auf die Maaraue führt.
Kaum zu glauben, dass mit so einem kleinen Ding dieser Riesenverkehr von PKWs, Campingfahrzeugen, Motorrädern, Fahrrädern, Fußgängern, Kinderwagen usf. bewältigt wird. Da sind im Sommer an den Wochenende natürlich lange Staus.
Halt mal, das soll eine Insel sein? Da ist ja gar kein Wasser! Tja, nur bei sehr hohem Pegelstand drückt sich der Main von der Kostheimer Seite hier rein. Man kann meistens bequem unter dem "Brickelsche" durchgehen. Das tut fast keiner, aber wir machen das - jetzt.
Auf der anderen Seite ist dann doch der Main-Seitenarm zu sehen. Heute ist der Wasserstand sehr niedrig. Der Regen fehlt.
Es ist eine verwilderte Ecke - leider auch voller Abfälle, wodurch die Romantik etwas leidet.
Im Schatten der Brücke sind Büsche und Bäume, die gerade Blätter und Blüten austreiben.
Wir sind hier am alten Floßhafen.
Der Main wurde früher intensiv als Wasserstraße für die Holzwirtschaft genutzt. Er fließt durch waldreiche Gegenden in Bayern. Dort wurden Bäume gefällt, die Stämme zu Flößen zusammengebunden und auf den Wasserwegen Main und Rhein bis nach Holland oder rheinaufwärts gebracht. Es war eine florierende Holzwirtschaft. An der Mainmündung, im Floßhafen, wurden die Flöße zum Teil neu zusammengestellt. Auch gab es hier die holzverarbeitende Industrie. Das letzte Werk, worin hauptsächlich Eisenbahnschwellen hergestellt worden sind, ist vor etwa 10 Jahren geschlossen worden.
Gehen wir mal auf die Brücke. Von oben sehen wir die neuen Blätter und Knospen einer Kastanie.
Auf der Maaraue sind bei dem schönen, warmen Wetter viele Sparziergänger, Jogger und Radler. Und Hunde.
Wir machen uns jetzt auf den Weg zurück über die Brücke.
Auf der anderen Seite nehmen wir einen Fußweg zwischen hohen Platanen. Viele Krähen haben hier ihre Quartiere.
Es ist nicht weit bis zu mir.
Auf unsere Treppe habe ich Blumentöpfe gestellt.
Das sieht schön aus, gell!
Und oben, vor der Wohnungstür, sonnt sich die Emma.