Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Meine Freundin Olivia schrieb mir heute morgen um 7:45 Uhr eine Mail:
"... Habe gerade mal wieder in Deinem Blog geblättert. Was ich vermisse, Du hast bisher noch gar nichts über den neuen zusätzlichen Fluglärm geschrieben oder ist das kein interessantes Thema? Wir haben so ein Radarprogramm, wo alle Flüge live zu beobachten sind. Bei Ostwind brettern die ja wohl auch ganz schön laut über Kostheim!!??
Gestern war Westwind und da kriegen wir ziemlich viel ab. So laut war es in Königstädten noch nie, ich finde es schrecklich, bin absolut lärmempfindlich. Nichtsdestotrotz - weißt Du was in Flörsheim abgeht? Die donnern zum Teil mit 91!!!! dB über den Friedhof hin zur neuen Landebahn. Die Toten müssten eigentlich bei dem Krach vor Schreck wieder senkrecht auferstehen und den Gästen im Flugzeug zuwinken, die man in 250 m Tiefe begrüßen kann .... es ist wahrlich grauenhaft. Einer schrieb "Wie im Krieg, nur ohne Bomben".
Ja, Olivia hat Recht. Dieses nervenaufreibende, das ganze Rhein-Main-Gebiet betreffende Thema, habe ich bisher hier ausgespart, es verdrängt, nur mal kurz angesprochen.
Ich könnte mich nämlich nur noch aufregen. Während ich diese Zeilen geschrieben bzw. kopiert habe, sind mindestens 3 Maschinen laut über´s Haus gebrettert. Wenn ich in den Nachthimmel sehe, erkenne ich zwar ein paar Sterne, aber viel mehr Positionsleuchten der bis zur Landeerlaubnis am Himmel kreisenden Flugzeuge.
Das Dröhnen in der Luft ist schon lange ganz allmählich immer mehr geworden. Das ist schon bevor die neuen Flugrouten vor ca. 2 Wochen eingeführt wurden. Besonders stark ist es in den Ferienzeiten. Im Sommer musste man manchmal die Unterhaltungen unterbrechen, weil nichts mehr zu verstehen war.
Es ist schlimmer geworden. Jetzt. Viel schlimmer. Der Lärm reißt nicht ab, schwillt an, dröhnt, dass einem das Herz ängstlich schlägt, wird leiser und wieder laut. Nie verebbt er ganz. Es macht krank.
Im immer tieferen Tiefflug über die Dächer. Ich könnte auch manchmal den Insassen ein "Willkommen" zuwinken. Nach der Neuorganisation der Flugrouten, das war schon mehrere Tage vor der Eröffnung der neuesten Landebahn für Riesenflieger vorige Woche, ist der Höllenlärm bei Tag und Nacht oftmals infernalisch.
Im Umkreis von 100 km des Flughafens sind die Einwohner betroffen. Ich wohne fast 30 km vom Flughafen entfernt, bei Olivia sind es knappe 20 km.
Protestaktionen. Die Menschen demonstrieren, weil das Leben so nicht mehr lebenswert ist. Die Ärzte in der Region warnen schon lange vor den Folgen.
Vorige Woche wurde aufgrund der Proteste ein vorläufiges Nachtflugverbot von 23 Uhr bis 5 Uhr gerichtlich verordnet. Heute Nacht fliegen die letzten Flieger.
Schön. Ein Lichtblick. Wenigstens in der Nacht sechs Stunden Ruhe!
Aber Fraport gibt natürlich nicht auf. Millionenverluste!
Wahrscheinlich ist es, dass im März in der nächsten gerichtlichen Instanz wieder einmal das wirtschaftliche Interesse sich durchsetzt, diese Befürchtung haben alle. Hierzu ein Artikel (klick in die Kursivschrift): region/hessen/nachtflugverbot-hält-nicht.
Menschen, Tiere, Umwelt - was ist das schon?
No Chance.