Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Eigentlich wollte ich eben vor dem Frühstück nur mal ein bisschen was in anderen Blogs lesen, Fotos von meiner Kamera runterladen, von gestern in Mainz schreiben.
So guckte ich heute morgen in meinen Blog und siehe da.
Da, wo in meinem Kalender vom 22.-30.4.2010 das Video vom Vulkanausbruch war, gähnte mir eine große Lücke entgegen. "Oh," dachte ich "da werde ich ein anderes Video reinstellen vom Eyjafjallajökull," und sah in Google News nach, was denn nun vulkanmäßig inzwischen abgeht.
Kennt Ihr das auch?
Ihr wollt etwas schreiben - und dann kommt Ihr auf ganz was Anderes?
So ging es mir gerade eben.
Bei meiner Vulkansuche in den "Google News" stieß ich zu allererst auf folgenden Artikel in der heutigen Frankfurter Allgemeinen FAZ.net, Ausgabe 24.4.2010: "Warten auf Katla".
Im Märchen gibt es ein Muster für Fabelwesen am Rande der bewohnten Welt: Erst trifft man eines, das unfassbar alt und mächtig ist, das schickt einen dann weiter zum doppelt so alten, doppelt so mächtigen Bruder, und schließlich kommt man dann zum dritten, dem allerältesten, allermächtigsten der Sippe. Und wenn man den zum Feind hat, hat man schlechte Karten. So ähnlich raunen derzeit Vulkanologen über Eyjafjalla und Katla - wenn ihr euch schon Sorgen wegen der Eyjafjalla-Asche macht, sagen sie, dann wartet mal Katla ab, „die zornige Schwester“ in der unmittelbaren Nachbarschaft des Eyjafjalla, deren Ausbruch längst überfällig sei.
Was uns dann blüht? Katla, heißt es in einem Bericht über ihren ersten dokumentierten Ausbruch, „schlief tausend und abertausend Jahre, und niemand wusste... weiterlesen: link
Bisschen ungewöhnlich, Märchen und Sagen in einer seriösen Tageszeitung. Aber gut.
Dann schreibt die FAZ.net weiter, dass es in der Sage ein Mittel gäbe, den Drachen - den feuerspeienden Vulkan - zu besänftigen. Tja, das klingt alles sehr orakelhaft. Nun muss man dieses Mittel, dieses Horn mit dem besonderen Ton, nur noch finden.
Eine große wissenschaftliche Aufgabe, "den Vulkan besänftigen".
Mir gefällt dieser Zeitungsartikel sehr gut. Zum einen, weil endlich mal klipp und klar gesagt wird, dass in der Zeitung Märchen und Sagen stehen. (DAS ist das eigentlich Ungewöhnliche.) Zum anderen passt das Thema prima zu meiner aktuellen Bloggerei: gestern war "St. Georgs-Tag" - heute mein Drachen-Witz im "Spruch des Tages" - gestern war auch der "Tag des Buches" und hier in der Zeitung kommt die Schriftstellerin Astrid Lindgren ins Spiel.
"Die Brüder Löwenherz" von Astrid Lindgren. Die sensible und spannende Geschichte des todkranken Kindes Karl, dessen Bruder ihm in das Land folgt, wohin man nach dem Tod kommt. Die beiden bestehen fabelhafte Abenteuer.
Für mich ist das eines der schönsten, ergreifendsten Bücher, die ich je gelesen habe.
"Die Brüder Löwenherz" sind auch verfilmt worden. Leider habe ich nur Filmausschnitte in schwedischer oder englischer Sprache gefunden. Der hier ist ganz ohne Sprache, aber die Bilder sagen schon viel:
Seht Ihr nun, wie man von einem bestimmten Thema auf ganz was Anderes kommt?
Ach so, wenn Ihr ein bisschen mehr über Astrid Lindgren wissen wollt...
ihre Bücher: link - ihr Leben: link