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9. Oktober 2012 2 09 /10 /Oktober /2012 13:59

Einen wunderschönen Nachmittag und Abend,

hochverehrte Leserinnen und Leser!

Hier bin isch, Euer bald Hochdeutsch sprechender Konfranzjä (herrje, wie schreibt man das?) Till Plüschhase.

Also, äääscht Deutsch funktioniert bei mir ja sehr gut. Bloß mit dem „ch“ net. So sind mir wascheschten Rhein-Main-Hessen, mir können uns nischt verleugnen. Uns verrät immer das „sch“. Awwer isch habe noch Hoffnung, weil isch weiss, dass selbst Sachsen ihren Kampf mit der Sprache erfolgreich bestehen können.

Also, isch habe einen Apfel in meinen Bau gelegt bekommen. Es ist der letzte von den 4 Äpfeln mit Geschichte. Um diesen dreht sisch eine grieschische Sage. Den Anfang hatte ich ja schon in meiner Muttersprache gemacht, soo:  die Geschicht´ vom Zankapfel  

Till Mönch Weil es um eine Hochzeitsfeier geht, habe ich Blümchen bei einem Freund besorgt.

- Jetz die Geschischt uff Rischdischdeutsch weiter.

 

DER ZANKAPFEL

Das Hochzeitsmanagement für ihre schönste Tochter Thetis mit Peleus hatte ihre Mutter übernommen. Sie organisierte eine gigantische Party im Wasserwolkenschloss, wo es an nichts fehlen durfte. „Von diesem Fest soll man noch in tausenden Jahren sprechen.“ - Das ist auch wirklich so gekommen, nur anders als sie es sich vorgestellt hatte.

Mehr als zweitausend Gäste, alle von Rang und Namen, von nah und fern, waren eingeladen, und alle Götter mit ihren Familien waren Ehrengäste. --- ALLE ?

Während die Mutter der Braut die Gästeliste betrachtet und bei dem Namen ERIS, GÖTTIN DER ZWIETRACHT überlegt, schauen wir einmal in den Olymp, zu ebendieser Göttin.

 

Eris hatte schon lange von dem bevorstehenden Fest gehört und fieberte dem Ereignis entgegen. Es wunderte sie selbst, wie sehr sie sich diesmal auf ihre oberflächliche Götterverwandtschaft freute, die ihr sonst nur ein Ärgernis war. Die ganz´ Baggasch, wie die Hessen sagen würden, hatte sie schon seit drei Ewigkeiten nicht mehr gesehen.

 

Als Göttin war Eris für eine gute und eine schlechte Sache zuständig.

Ihre gute Aufgabe war GÖTTIN DES SPORTLICHEN, KONSTRUKTIVEN WETTSTREITS zu sein.

Die Kehrseite, sie war die GÖTTIN DER ZWIETRACHT.

Eris nahm beide Aufgaben sehr ernst, was ihr einen äußerst schlechten Ruf eingebracht hat.

 

Viele Göttinen sind unglaublich schön. Göttin Eris ist eine echte, hochkarätige Schönheit. Altertumsforscher glauben, sie hatte große Ähnlichkeit mit der Frau auf diesen Fotos gehabt: link.

Um bei der Konkurrenz mithalten zu können, hatte Eris sich gut für das Fest ausstaffiert. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit und schlimmen Drohungen falls Vertragsbruch, waren in den vergangenen Monaten die besten Modeschöpfer und Berater bei ihr ein- und ausgegangen. Sie hatte von Carlos Lagerfeldos, der sie vergötterte, eine wundervolle Abendrobe angefertigt bekommen und exzellente Accessoires ausgewählt.

 

Eris kannte ihren eigenen explosiven Charakter. Sie hatte wirklich den festen Vorsatz, diesmal alle Zwietracht daheim zu lassen, sich freundlich zu benehmen, kurzum friedlich zu sein. Für dieses Fest hatte sie bei ihrem Psychologenstab Friedlichsein geübt, Antiaggressionstrainings absolviert, sie hatte meditiert, hatte etliche Jogastunden genommen und hatte sich mit Sport ausgepowert. So fühlte sie sich stressresistent. Seit Wochen war sie ausgeglichen und friedfertig. Manch einer in ihrer Umgebung machte sich schon Sorgen, ob sie krank ist.

 

Du, mein lieber Leser, liebe Leserin, Du weisst, dass jedes Ding zwei Seiten hat. Wenn sich die eine ändert, bleibt es nicht ohne Folgen für die andere.

Natürlich hatte Eris´ Wesensänderung für die Menschen Folgen. Jetzt lebten die Menschen wie im Paradies. Herrlich! Alles wurde geteilt, kein Streit, für jeden war genug da, die Probleme der Welt waren wie weggeblasen. Um nichts musste man kämpfen. Wunder-wunderschön!

Als alter Hase weiss ich: Für das paradiesische, friedliche Leben ohne irgendwelche Herausforderungen sind die Menschen aber nicht geschaffen. Schon schnell wurden sie damals träge, faul und dümmlich. Nicht einmal die Spitzensportler hatten noch Lust, sich zu rühren, und setzten Speckröllchen an. Antriebslos hingen alle herum. Und schon ganz schnell ging vielen Menschen das einförmige, ereignislose Paradiesleben auf die Eier – äh, auf den Geist, wollte ich sagen. ES WAR STINKLANGWEILIG!

 

Inzwischen wurde Eris allmählich ungeduldig. Jeden Tag wartete sie auf den Postboten Hermes und nervte ihn, wo ihre Einladung bleibt. ---Halloho, nee. Den Hermes-Paketdienst gab es damals noch nicht! Der damalige Hermes war sozusagen der Ur-Hermes, der Vorfahre aller Postzusteller. Er hatte Flügel, war aber kein Engel, soviel ich weiss. Hermes war der persönliche Postüberbringer der griechischen Gottheiten, im Beamtenverhältnis mit garantierter Rente.

Alle hatten Einladungen ins Wasserwolkenschloss bekommen, nur die für Eris fehlte. Erst verdächtigte Eris Hermes, er hätte den Brief verschlampt. Sie glaubte Hermes nicht und hat ihn sogar verprügelt. Danach bekam Eris ihre Post nur noch vom Höllenhund Zerberus gebracht, eine scharfe Bestie, an die selbst sie sich nicht rantraute.

 

Till Tikki Jesus-Maria! Der Gedanke, dem Zerber zu begegnen zerreisst mein Hasenherz vor Angst in Stücke! Jetzt habe ich lieber meinen Schutz-Tikki mitgebracht. Der passt auf, dass mir nichts passiert.

 

Der Höllenhund war aber äußerst zuverlässig und treu, und sein Herz schlug vom ersten Augenblick an für diese schräge Göttin-Type. Er liebte sie abgöttisch. Zerberus hatte für Eris nachgeforscht und ihr letztlich die Erkenntnis vermittelt, dass sie nicht eingeladen worden ist.

 

Vor Wut zerriss Eris ihre neue Kleidung und schleuderte die ganzen neuen Sachen weit weg. Beim Nachtreten verletzte sie ihren Fuß, so dass sie ein paar Tage humpeln musste. Einige Sachen flogen bis in die Zukunft, sogar in unsre Zeit. Guck mal, da siehst Du die sauteuren Stücke: link.  Naja, über Geschmack soll man ja nicht streiten...

Dann machte die erboste Göttin sich ans Werk der Rache. Sie präparierte einen goldenen Apfel.

 

Nebenbei bemerkt lief bei den Menschen jetzt wieder alles seinen althergebrachten Gang. Intrigen, Lügen, Streit, Krieg. Wettkampf, Fortschritt, Bewegung. Das Paradies vermissten sie nur noch in Träumen und Liedern. Eris ließ sich mit gefälschten Arbeitspapieren beim Schloss-Caterer als Bedienung einstellen. Eine Göttin kann sich ja in vielerlei Gestalt zeigen. Sie trat bei der Hochzeitsfeier ganz unauffällig auf, dass sie unerkannt blieb.


WI-G (274)

Foto vom Schloss-Küchenfenster: 

 

So beobachtete sie, bis der geeignete Zeitpunkt gekommen war. Die Überraschung zum Höhepunkt der Party ist legendär. Im umwerfend tollen Showdress einer schwarzen Mamba, mit schwarzer Maske, stürmte Eris auf die Bühne, entriss dem laber-schwadronierenden Brautvater Gott Nereus das Mikrofon aus der Hand und alle schlafenden Gäste aus ihrer Letargie. „Wow! Was für Frau! Was für eine tolle Wahnsinnsshow!“, jubelten die Gäste. „Wer ist das?“ Ja, das fragte sich die Managerin und Brautmutter auch.


Die Göttin war 1000mal besser als alles, was je gab und geben wird. Würde Eris heute leben, hätte sie die läppischen 300 Millionen GagaTwitterer längst vor einem Jahr getoppt und ÜberÜ*2Milliarden. Eris rockte los, dass der Saal kochte. Schließlich warf sie mit den Worten: „Jetzt beginnt das Spiel! Mein Hochzeitsgeschenk!“ den goldenen Apfel dem Brautpaar zu ins Publikum. Die Braut hob den Apfel auf und betrachtete ihn lange. Von ihren Geschwistern war sie unumstritten die Schönste. Der Apfel gehörte ihr! Alle schauten gebannt zu ihr. Sie las vor, was

auf dem goldenen Apfel stand:

Für die Schönste!“.

 

 So ähnlich könnte er ausgesehen haben, aber ganz in Gold

145--pfelchen.jpg

 

Nur wenige hatten in dieser Szenerie noch auf Eris geachtet. Die wenigen sahen die eiskalten Augen und den Zorn im Gesicht der Schönen, als sie ihre Maske vor der entsetzten Brautmutter herunterriss und ihr vor die Füße knallte. Diese wenigen waren starr vor Schreck und konnten nichts sagen. 

 

Sogleich hatte in der Hochzeitsgesellschaft das Spiel „Wer ist die Schönste“ angefangen. Ob Thetis oder eine andere die Schönste ist, sollte ein Wettstreit entscheiden.

 

Jetz bin isch fertisch mit dem ersten Teil von dere Geschichte. Im nächsten Teil kommt Paris dran.

Xammi kam grad aus dem Wald zurück. Sie hat scheene Fotos mitgebracht. Sie sagt: „Till, das war gut. Mach mal eine Pause!“

So verabschiede isch misch für heute! Isch bin awwer aach k.o.  

Das Häschen

 

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