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Ich hasse Halloween!
...und das schon seit mindestens 25 Jahren.
Das kam damals so: Kathrin, meine amerikanische Freundin, erzählte mir, dass ihre Arbeitskollegen bei der US-Armee ihr von Halloween vorschwärmen. Sie sollte unbedingt zu einer Party in einem Ort bei Darmstadt gehen. Da wäre was Tolles los. Ich sollte mitkommen.
Halloween? Was ist das? - fragte ich. Damals kannte kaum jemand in Deutschland diesen Brauch. Kathrin versuchte, es mir zu erklären. Was ich verstand, war so was ähnliches wie Erntedankfest mit Kürbis-Spuk. Jedenfalls kam es nicht annähernd an die Sache ran.
Als wir dann bei Pfungstadt ankamen, schwante mir, es muss was anderes sein. - Da lag die Burg Frankenstein vor uns auf einem Hügel, schauerliche Geräusche drangen in die Nacht und eine tolle, abwechslungsreiche – aber unheimliche Beleuchtung umgab diese Ruine.
Unten warteten riesig lange Schlangen vor Kassen, um herein zu kommen. Die meisten waren in Kostüme gekleidet, wie ich sie nur von Fassenacht kenne: Vampire, Monster, Werwölfe, Hexen, Zauberer, Tot und Teufel gaben sich hier ein Stell-Dich-Ein. An der Kasse kamen wir nicht vorbei, ohne zumindest grauslich geschminkt zu sein. Ein paar Künstler halfen mit Gesichtsfarbe,, und schon sahen wir weißgeschminkt wie Gespenster aus! Es ging lustig zu.
Knüppelvoll, da oben auf der Burg. Überall dichte Menschentrauben, viele n Shows, z.B. die Entstehung von Frankensteins Monster mit Theaterblitzen und Donner, Henker brachten ihre Deliquenten zum Galgen, Särge öffneten sich... Und überall fröhliche Monster-Menschen. Es war ein Mords-Spaß! Zu trinken gab es hauptsächlich blutrote Getränke, wie Blutorangen- oder Tomatensaft, und Bier und Cola. Die Imbissbuden hatten sich auch alle was Besonderes für das Essen einfallen lassen. Kathrin und ich amüsierten uns prima..
Bei einem Rundgang um die Burg durch den Burggraben, wo auch viele Menschen waren, sprang plötzlich ein Irrer mit einem langen Messer hinter einem Busch hervor und stach -zig Mal auf mich ein. Klar, das Messer war ne Attrappe. Die Plastikklinge rutschte in den Griff hinein.
Aber im Dunkeln sah es echt aus! Und dann noch dieser verrückt mit den Augen rollende Jack-the-Ripper-Nachahmer! Ich zitterte vor Schrecken!
Es war aus bei mir.
Hinter jedem Busch vermutete ich nun einen echten potentiellen Mörder, hinter jeder Maske einen Wahnsinnigen. Es war ein Albtraum. Mir war schlecht! Ich wollte nur noch heim.
Nichts und Niemand hat mich seitdem zu Halloween-Veranstaltungen bringen können. Ich hasse es!
Nun das Komische: Ich hatte dieses Erlebnis fast vergessen. Aber vor ein paar Tagen fiel es mir wieder ein.
Heute bekam ich aus NYC eine e-card mit einem goldigen Gespenst drauf, das seine schönen Augen rollt und gar nicht bös aussieht. Kathrin fragt, ob ich mich an das tolle Halloween auf der Burg Frankenstein noch erinnere...