Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Als Regine ein Kind war, lief im TV die beliebte Serie „Bezaubernde
Jeannie“. Viele kleine Mädchen träumten davon, einmal so zu werden
wie dieser Flaschengeist. Daraus wurde natürlich nichts, außer dass
meine kleine Schwester eine ganz bezaubernde Frau ist.
Meine Schwester, die „Bezaubernde Gini“, hat zwei zauberhafte,
hübsche Töchter.
Damals... Gine und Werner wünschten sich schon bald nach Julias
Geburt ein zweites Kind. Es kam aber nicht wie geplant, sondern ließ
auf sich warten. Werner hoffte auf einen kleinen Jungen, Regine war
es nur wichtig, dass ein gesundes Baby kommt, und Julchen ersehnte
sich eine Schwester.
Die dreijährige Julia war ein aufgewecktes, wissbegieriges Kind. Sie
kam oft und gerne zu mir zu Besuch. Diesmal war die Kleine still und
betrübt, weil sie erfahren hatte, dass sie doch noch länger auf ihr
Geschwisterchen warten muss. Es gelang mir kaum, sie aufzumuntern.
Ich spielte und malte mit ihr.
Plötzlich war Julia völlig verändert, wie in Trance.
Sie gab mir ein weißes Blatt. Ihre Stimme war ungewöhnlich tief,
ihre blauen Augen hatten einen ganz dunklen Farbton und glänzten
riesengroß, als sie mich bat, etwas für sie zu tun:
„Es ist sehr ist wichtig, dass Du ganz genau das machst, was ich
Dir sage. Ich kann das leider noch nicht selbst tun.“
Ich war sehr irritiert und versprach es ihr, falls es nichts
Schlimmes ist.
Als erstes sollte ich das Blatt Papier zu einem Rechteck schneiden.
Dann gab sie mir einen roten Stift und befiel mir mit dieser eigen-
artigen tiefen Stimme: „Jetzt schreib.“
Ich fragte: „Soll ich Deinen Namen schreiben oder Mama oder Papa?“
Sie: „Schreib ´Schwester´.“
Das tat ich, gespannt, was noch kommen wird. Ich musste ihr schwö-
ren, dass ich genau das Wort, und nichts anderes geschrieben habe.
„Jetzt falte den Zettel zusammen“, war ihr nächster Wunsch.
Ich faltete ihn, genau nach ihrer Anweisung.
„Leg den Zettel jetzt in den Aschenbecher und verbrenne ihn.“
Auch das tat ich.
Julia starrte in die Flamme. „Jetzt wird es gut.“
Und dann, als wäre nichts geschehen, war sie das dreijährige
Mädchen mit den hellen Augen und dem süßen Kinderstimmchen.
Ihr Kummer schien weg gewischt.
Glaubt`s mir, ich, die Tante Xamantao, war total durcheinander.
Woher kannte das Kind ein solches Ritual?
Es konnte mir niemand erklären.
Nicht lange dauerte es, da verkündete Regine, dass sie wieder schwanger
ist. Sie und Werner hatten es niemand gesagt, bevor die ersten Monate
und die Gefahr einer Fehlgeburt überstanden waren. Auch Julchen hat-
ten sie nichts erzählt, damit das Kind nicht wieder enttäuscht würde.
Julias Wunsch ging in Erfüllung. Sie bekam eine Schwester. Die
beiden verstehen sich wunderbar. Inzwischen ist Julia fast 20 und
Gabriele wird bald 16.