Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Gestern auf dem Weg zur Arbeit.
Die S-9 kam mit 10 Minuten Verspätung, blieb auf der Strecke gleich mehrmals stehen und vor einfahren in den Bahnhof Mainz-Bischofsheim kam die Durchsage: "Verehrte Fahrgäste. Aufgrund eines Personenschadens in Raunheim können Züge bis auf Weiteres nur bis Rüsselsheim fahren. Für Weiterreisende Richtung Flughafen und Frankfurt werden Busse bereit gestellt."
Scheisse.
Was das bedeutet, habe ich in meiner langjährigen Pendlerzeit schon zu oft erlebt: Es dauert Stunden, bis man da ankommt, wo man hin will.
Stinksauer beschloss ich, heute einen Tag frei zu nehmen und mit dem Stadtbus von Bischofsheim nach Mainz zu fahren.
Anrufen bei der Arbeit ging nicht. Handy-Akku leer. Verflixt.
Also raus aus dem Zug, zur Bushaltestelle - und siehe da, gerade kam ein Bus Richtung Flughafen, den ich nahm. Denn vom Flughafen ist´s nicht mehr weit bis in die Frankfurter City zu fahren.
Der nächste Bus-Halt war in Rüsselsheim.
Boaaah!
Was eine Menschenmasse auf dem Marktplatz stand! Alle warteten auf diesen Bus. Dem Fahrer wurde es ganz schummrig. Er weigerte sich, die Türen zu öffnen. Aber es wollten ja auch Leute aussteigen. Gezwungenermaßen machte er die Tür auf. In 3 Sekunden war der Bus voll wie eine Sardinenbüchse! An den Türen schlugen sich die Leute fast darum, auch noch rein zu kommen. Ich hatte zum Glück ja einen Sitzplatz und sah mir das Schauspiel gelassen an. Endlich schaffte es der Fahrer, die Türen zu schließen. Es blieben gut 2/3 der Leute zurück. An den nächsten Haltestellen machte er nicht mehr auf. Wenn jemand aussteigen wollte, fuhr er einfach ca. 50 m weiter.
Also, die S-Bahn ist ja schon nicht das schnellste, sie hält ja an jedem Hühnerstall. Aber Busfahren dauert natürlich noch länger, wegen der vielen Umwege.
Irgendwann kam er am Airport an.
Die Bahnsteige waren hier überfüllt mit Menschen, die weiter wollten.
Im Gedanken beschimpfte ich mich, dass ich in diese Richtung und nicht nach Mainz gefahren war. Nun blieb mir nicht viel übrig als mich in die Meute zu drängen.
Doch, Taxi-Fahren. Der Spaß hat mich Zweiundzwanzig Knüppel-Euro plus Trinkgeld gekostet und blöde Bemerkungen von Kollegen eingebracht, in welcher Gehaltsgruppe ich denn bin.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Erst vorhin habe ich herausgefunden, was da in Raunheim passiert war: http://www.main-spitze.de/region/raunheim/7149723.htm
Eine vermutliche Selbstmörderin wurde schwer verletzt.
Für solche Selbstmordkanditaten habe ich überhaupt kein Verständnis oder Mitleid. Für das, was DIE den armen Zugführern und völlig unbeteiligten Mitmenschen antun, sollten die Zeit ihren Todes in der Hölle braten!
Ich habe schon zweimal erlebt, wie psychisch kaputt Lokführer sind nach einer Selbsttötung.
Auch diejenigen, die die Brocken aufsammeln müssen, die tun mir richtig leid.