Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
So, da bin ich wieder, gleich mit einem schönen Einstieg, äh - wollte sagen "Eingang":
Heute war "Tag der offenen Tür" im Tierheim Rüsselsheim. Mein Vater hat sich schon wochenlang darauf gefreut. Wir haben ihn dorthin mitgenommen. Da waren sehr viele Leute. Am Eingang war ein Flohmarkt und Stände mit Kaffee, Kuchen und Getränken. Man durfte durch das Tierheim gehen und sich die Tiere ansehen.
Natürlich ist so ein Tag für Tiere ganz schön stressig. Die meisten Katzen verkrochen sich, so gut es ging. Einige der mir bekannten Hunde waren scheint´s vorsichtshalber woanders untergebracht. Von den anderen hörte man kaum einen Laut, obwohl sie sonst oft bellen, wenn man bei ihnen vorbei geht. Nur den Vögeln, vor allem den Papageien, schien es nichts auszumachen. Sie versuchten, durch drolliges Verhalten Aufmerksamkeit zu erheischen.
...Aber eigentlich will ich ja über mein Kennenlernen von Ray Charles schreiben, der heute 80 Jahre geworden wäre. (link: Ray Charles heute 80. Geburtstag).
Früher, vor der Wiedervereinigung Deutschlands und der Öffnung Osteuropas, war eine viel größere Menge US-Soldaten hier stationiert. Eine meiner Tanten war in meiner Kindheit mit einem hohen US-Offizier befreundet. Elmar hieß er. Elmar kam gerne mit, wenn sie uns besuchte, und freute sich, in einer hiesigen Familie Gast zu sein. Er brachte uns echtes, amerikanische Kulturgut und einige Errungenschaften der Technik nahe: Meinen Eltern schenkte er einen Haufen Schallplatten - Blues, Jazz, Elvis... Eine, an die ich mich gerne erinnere, stelle ich hier im Video vor:
Ray Charles "Georgia on my mind".
http://www.youtube.com/watch?v=IumnmhnPJKQ
Uns Kinder interessierten aber andere Dinge mehr. Elmars Cadillac zum Beispiel.
Anfangs der sechziger Jahre hatten relativ wenige Leute in unserer Arbeitersiedlung ein Auto. Was das jedesmal ein Auflauf war, wenn Elmar mit seinem weissen Straßenkreuzer kam! Er brauchte mindestens 4 Parkplätze (und eine Wahnsinnsmenge Benzin)! Wir alle hatten in dem Caddy Platz, zu Acht. Meine Familie zog natürlich eine Riesen-Show ab, überdimensional! Man muss ja seinem Publikum etwas bieten! Langsam und umständlich stiegen wir ein. Immer hatte jemand noch was vergessen, so dass die Abfahrt sich verzögerte, bis wirklich alle, alle Nachbarn gaffend herumstanden oder an ihren Fenstern hingen.
Meinem Bruder, Patenkind besagter Tante, schenkte Elmar eine richtige Trompete. Was für ein Spaß! Wir übten darauf fleissig. Am Anfang brachten wir kaum einen Ton zustande. Streit gab es, wenn im Mundstück noch die Spucke des Vorgängers hing - ist ja auch eklig. Von der Jüngsten, der kleinen Regina, war immer besonders viel Spucke drin. Ihr konnte es noch nicht gelingen, dem Ding einen Ton zu entlocken, was sie sehr ärgerte. Georg, Nanni und mir gelang es, ein paar Stücke recht pasabel zu spielen. Mutti, die sich das Getröte immerzu anhören musste, brauchte starke Nerven. Die platzen ihr aber, nachdem wir einen Tag lang einen Plastik-Kaffeehumpen als "Wawa" benutzt hatten, weil sich das so schön jazzig anhört. Das bekamen wir verboten.
Als ich etwa 12 war, nahm ich mir einmal gelangweilt die Schallplattensammlung meiner Eltern vor. Allseits beliebt und oft gespielt wurden flotte, rhythmische Klänge - südamerikanisch, spanisch. Paps liebte Volksweisen. Aber die amerikanischen Platten waren, außer Elvis, bis dato ganz selten angehört worden. Nanni (Mariannes Rufname) und ich entdeckten unser Interesse daran und hörten nun ausgiebig diese Musik.