Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Wohin unsere Reise gehen sollte war klar. Wegen der Urlaubsplanung bei meiner Arbeit war auch klar, bevor in Hessen die Sommerferien beginnen.
Entschlossen gingen wir Anfang des Jahres in unser örtliches Reisebüro, wo Frau Heinrich uns schon oft individuell und gut beraten hat. Sobald es die neuen Sommerprospekte gab, versorgte sie uns. Dazu kaufte ich 2 Reiseführer und 2 Wörterbücher "Deutsch-Russisch".
Von dem einen Wörterbuch waren wir sogleich entzückt. Es ist ein visuelles Wörterbuch russisch-deutsch, nach Themen geordnet. Du brauchst nur auf ein Bild zu zeigen, darunter steht das Wort in russisch, dann wie Du es aussprichst und in deutsch. Das kam auch in unseren Koffer. Wie sich herausstellte, war das genau das Richtige für uns.
Michael und ich waren uns einig, dass wir keine Russlandrundreise machen, nur Sankt Petersburg. Keine Reisegruppe. Als Raucher, Vegetarier und gehbehindert, da wäre mein Mann in einer Gruppe ständig der Stein des Anstoßes. Auch ich gehe lieber allein oder mit wenigen anderen gemeinsam auf Entdeckungstour.
Wir suchten uns ein kleines, preiswertes Hotel im Zentrum aus. SAT-TV (in der Hoffnung auf einen deutschen Sender), Übernachtung mit Frühstück, und stellten unser Programm zusammen. Darüber aber später, bei den Reiseerzählungen und Bildern.
Wir ahnten ja nicht, welch einen Formularkrieg das geben sollte, um einreisen zu dürfen. Gültige Reisepässe hatten wir, eine Reisekrankenversicherung, die von Russland anerkannt wird, schlossen wir ab.
Die Visa. Fotos gemacht, Antrag ausgefüllt. Frau Heinrich schickte alles nach Frankfurt zum Russischen Konsulat. Wochen später: Wir füllen neue Visaanträge aus, wortgetreu nach Vorlage. Dazu beim Arbeitgeber eine Bestätigung holen, dass ich in ungekündigter Stellung arbeite und Verdienstbescheinigungen von drei Monaten, Rentenbescheid von Michael kopieren mit Nachweis, wie lange die EU-Rente gezahlt wird. Das wollte das russische Konsulat haben. (Steckt da noch ein bisschen KGB drin?) - Eine Woche später rief Frau Heinrich an: "Jetzt wollen die auch noch Ihre Original-Reisepässe." Das gefiel uns zwar nicht, aber nun waren wir ja schonmal so weit gekommen...
Was wäre gewesen, wenn wir die Reisepässe für eine andere Auslandsreise gebraucht hätten? Es dauerte vier Wochen, bis wir unsere Pässe zurück hatten, eingepackt in schönen neuen Hüllen. Endlich, nach insgesamt dreieinhalb Monaten, waren unsere Visa da.
Nun stand unserer Reise nichts mehr im Wege. Urlaub beantragt, Koffer gepackt, ging es am 26. Mai Richtung Flughafen.
Manno, so eine bekloppte Taxifahrt! Der nahm zwar den kürzesten Weg, aber den langsamsten - nicht über die Autobahn. Um 10 Uhr quälten wir uns durch die Hochheimer Innenstadt. Zudem war unser Fahrer auch noch die fahrende Taxizentrale. Ständig bekam er Anrufe mit Taxianforderungen, die er dann an seine Kollegen weitervermittelte. Sowas ist doch eigentlich verboten, oder? Wenn er nicht telefoniert hat, quatschte er uns die Ohren voll. Dazu lief laute, ätzende Radiomusik.
Genervt erreichten wir Frankfurt Airport, Terminal 2. An unserem Schalter war schon keine Schlange mehr. Leider bekamen wir nun keine Sitzplätze nebeneinander im Flugzeug der Russia-Airlines. Ich fühlte mich da drin ganz komisch, wäre am liebsten wieder ausgestiegen und bekam zum ersten Mal in meinem Leben so was wie Flugangst.
2 1/2 Stunden später. Uhren zwei Stunden vor stellen. Kurzes Kreisen über Sankt Petersburg. Von oben ein unüberschaubares Häusermeer wolkenkratzergroße, unglaublich breite Wohnblocks. Und viel Grün. Es war die beste Landung, die ich je erlebt hatte, so sanft setzte das Flugzeug auf.
Dann ging alles wie am Schnürchen. Die Einreisepapiere und Zollformulare wurden kontrolliert, schnell auf die Toilette, die Koffer liefen schon auf dem Fließband herum. Draußen stand unser Fahrer mit einem Namensschild. Schon konnten wir ins Shuttletaxi steigen und die ersten Eindrücke auf der Fahrt in die Stadt aufnehmen. Der allererste: ein netter, englischsprechender Taxifahrer, leise Jazzmusik. Ein Gewirr von Autobahnzufahrten. Der Flughafen liegt etwas außerhalb. So fuhren wir erst an einigen Wohnsiedlungen vorbei. Aus dem Auto habe ich geknipst.
Breite Straßen. Firmenreklame überall, in zwei Schriften, kyrillisch und unsere. Autohändler - alle Marken aus aller Welt. Großreklame und Angebote, wie überall auf der Welt. "Guck mal, Metro gibt´s hier auch." "Da ist ja IKEA!" "Wow, haste den Porsche gesehen?"
Die Stadt. Alles hat riesige Dimensionen. Schöne alte Gebäude, Prunk und Pracht. Wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst sehen sollen. Toll!!!
So fing also unser Urlaub an.
Nach dem Kofferauspacken machten wir unsere erste Erkundungstour. Abendessen in einem schönen russischen Lokal. Das war lecker, aber frage mich nicht, was wir gegessen haben.
Mein erstes Foto in Sankt Petersburg.
Rate mal, um wieviel Uhr das aufgenommen ist!!
Ich sag´s Dir morgen. ...Morgen erzähle ich mehr...
Urlaub Mai/Juni 2011 in Sankt Petersburg /Russland.
Komplett zum Nachlesen, mit vielen Fotos: