Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Nun wende ich mich wieder dem Alltag zu, den man als Tourist erlebt, wenn man wie wir die Reise selbst organisiert. Meine Sorgen, weil wir kein Russisch können, waren unbegündet. Mit Händen und Füßen und Englisch funktionierte es prima. Die kyrillische Schrift blieb uns allerdings ein Geheimnis. Unser bebildertes Wörterbuch war Gold wert. Aber schon am dritten Tag ließ ich das schwergewichtige Ding im Hotelzimmer. Wir haben vor dem Abmarsch die Wörter herausgesucht, die wir glaubten zu brauchen.
"молоко (sprich) moloko" malte ich zum Beispiel auf einen Zettel, das heisst Milch. Die brauchten wir für unsere frühmorgendlichen Kaffeeorgien im Hotelzimmer.
Alle Supermärkte haben rund um die Uhr auf, 7 Tage 24 Stunden. "Sieben-Vierundzwanzig" heisst auch eine Kette. Die Regale sind mäßig gefüllt. Aber man kriegt jedenfalls etwas und weil der Nachschub immer wieder kommt, ist alles ganz frisch. Milch war jedesmal da. Bei Käse und Wurst waren große Lücken in den Kühlregalen. Sowas mussten wir aber nicht kaufen. Es gab ja Frühstück im Hotel. Im Gemüseregal lag besonders wenig, zum Beispiel ein Blumenkohl und ein paar Stangen Porree, ein paar Äpfel. So sah es jedenfalls in dem kleinen Markt in unserer Nähe aus.
Hier habe ich ein originelles Plakat fotografiert, für Backwaren oder Ichweissnichtwas, weil ich ja kein Russisch kann:
Auf der Einkaufsstraße Newki-Prospekt ist´s wirklich interessant. Man könnte tagelang stöbern und sieht nicht genug. Es gibt Boutiquen und große Kaufhäuser. Edles und Teures überwiegt. Topmodisch, aber gesalzene Preise haben die Klamotten.
Vom Hotelausgang kann man schon "Zara" sehen, ein großes, modernes Bekleidungsgeschäft in einem schönen, alten Gebäude. Die Läden öffnen von 10 bis 20 Uhr, auch Sonntags.
Das größte und älteste Kaufhaus von Sankt Petersburg "Gostini Dwor" haben wir jeden Tag aufgesucht. Es ist zweistöckig. Einmal außen umrundet, bist Du vier Kilometer gegangen.
Sportartikel, Haushaltswaren, Taschen, Schuhe, Apotheke, Andenken, Schreibwaren, Schmuck... Alles was Du Dir denken kannst. Es ist wie bei uns, aber trotzdem ganz, ganz anders, was ja meine Fotos beweisen.
Im Erdgeschoss befindet sich ein Sammelsurium von Laden an Laden. Zum Glück sind da Hinweistafeln, die auch Nicht-Russen verstehen.
Durch lange Gänge gehen, musst Du nur gucken, denn hier gibt es schöne Sachen. Teure, aber auch sehr günstige Dinge zu kaufen. Die Artikel sind aus aller Herren Länder.
Sowas Tolles!
Natürlich sind da die typischen Andenken, zum Beispiel Kaviar und Wodka. Unglaublich lange Regale mit Alkohol!
Wir haben in diesem Riesenkaufhaus bestimmt 40 Kilometer abgelaufen, weil wir jeden Tag was suchten. Zigaretten für Michael (der war glücklich, weil er "Citanes" gefunden hat, französische Zigaretten und ähnlicher Tabak wie seine geliebten Rothändle) - für mich eine neue Armbanduhr, Schweizer Fabrikat (weil meine stehengeblieben ist) - ein Regenschirm am Samstag (der einzige Regentag) - rasten in einem Café - Teetrinken aus dem Samowar an einem Ständchen- ein Pizzaimbiss - ein Rasierapparat für Micha (seiner war nach ein paar Tagen hier kaputt gegangen) - Süßigkeiten kaufen (die sind im Supermarkt aber viel besser und billiger) - und das Wichtigste: Toilettenbesuche.
Im ersten Stock im "Gostini Dwor", wo schöne schwungvolle Treppen hochführen, sind die Markenlabels. Designer und Modelle aus London, Paris, Tokio, New York, Mailand. Schuhe für umgerechnet 700 Euro, Krawatten für läppische 70 Euro. Aber hier riecht´s muffig, passend zu den hochvornehmtuenden Verkäufern. Wir haben uns da nicht lange aufgehalten.
Auf der anderen Straßenseite des Newski Prospekt ist die Ladengalerie "Passasch", eine schöne glasüberdachte Einkaufspassage. Kleine Antiquitätenläden, Dessous, Kleidung und sonstwas. Ich brauchte eine Strumpfhose und habe die billigste genommen, für umgerechnet 12 Euro.
Übrigens: Geld wechseln kann man überall in den Banken oder in Wechselstuben.
Diese Stuben sind meistens klein und oft in Kellern, mehr außerhalb des Zentrums und immer gut bewacht. Vor der Einreise hatte mein Mann 100 Euro in Rubel getauscht und 3400 Rubel bekommen. In Russland sind die Kurse wesentlich günstiger, aber sie ändern sich ständig. Für 100 Euro bekamen wir 3900 bis 4000 Rubel. Am einfachsten, für 100 Rubel = 2,50 Euro zu rechnen.
Sankt Petersburg ist prunkvoll, prächtig und wunderschön. Sankt Petersburg ist aber ein ziemlich teures Pflaster. Überall ist Gold - und Du kannst das glauben, hier ist Gold, was glänzt!
... Fortsetzung folgt. Noch mehr von Sankt Petersburg!
Urlaub Mai/Juni 2011 in Sankt Petersburg /Russland.
Komplett zum Nachlesen, mit vielen Fotos: