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In dem Dorf nahe bei Frankfurt am Main, wo ich meine frühe Kindheit erlebte, haben früher viele Bauern Äpfelwein selbst hergestellt. Die Äpfel wurden geerntet und gekeltert. Der frisch gepresste Saft schmeckte süß und köstlich. Für den Wein musste natürlich die Gärung abgewartet werden. Die Maische, das sind die Reste der ausgepressten Äpfel, wurde bergeweise an den Straßenrand gekippt. Dieser Abfall wurde später auf die Felder als Naturdünger gebracht. Im ganzen Ort stank es fürchterlich nach der faulenden Maische. Ein Teil dieses Äpfel-Abfalls wurde auch unters Viehfutter gemischt. Alle Bauern achteten peinlich darauf, dass nur frische, unvergorene Maische verfüttert wurde. Aber wenn etwas schief gehen kann, geht es irgendwann schief.
Bauer Hahn hatte das größte Gehöft. Es lag am Ortsrand. Die Hahns waren eine große Familie, mit viel Gesinde und allen möglichen Tieren, die auf einem Bauernhof gehören. Neben den Wohngebäuden waren Ställe und Viehkoppeln, das Ganze war umzäunt, dahinter kamen die Felder.
Es war die Zeit der Apfelernte und des Kelterns. Irgendwer hatte den Schweinen, es waren zirka 15 Stück, Maische zum Fressen in die Tröge hingeschaufelt. Es war warm, die Maische gärte, die Schweine fraßen sich satt daran. Nichts ahnend wollte Bauer Hahn in die Schweinekoppel gehen. Er wurde sofort von einer besoffenen Sau angegriffen und konnte sich mit Müh und Not über den Hof ins Gebäude retten. Der Schweinepferch stand nun offen und alle Wutzen kamen heraus, stürzten sich sofort auf den Berg Dünge-Maische im Hof und fraßen sie. Volltrunken randalierten sie dann herum. Alles was sich bewegte wurde gejagd und gebissen. Im Haus waren alle gefangen und von außen konnte auch keiner mehr hinein.
Das sprach sich natürlich wie ein Lauffeuer im Dorf herum. Alle, jung und alt, strömten zum Bauern Hahn, um das Schauspiel anzusehen. Sämtliche Einwohner versammelten sich um den Zaun und bestaunten die tobenden Schweine.
Mutige versuchten, den Hof zu überqueren. Die Schweine griffen sofort an. Es wurden Wetten abgeschlossen, und es gab stierkampf-ähnliche Szenen, angefeuert von den begeisterten Dorfbewohnern. Die betrunkenen Schweine rasten stundenlang umher, schrien, kotzten und suhlten sich in ihrem Dreck, bis endlich eins nach dem anderen umfiel. Schließlich lagen alle laut schnarchend da. Langsam, ganz vorsichtig trauten sich die Leute aus den Gebäuden. Schnell wurden den Schweinen die Beine zusammengebunden, damit sie nicht aufspringen und wieder angreifen konnten. Dann trug man sie in den Stall und ließ sie ihren Rausch ausschlafen.
Anm.: Der Bauer hieß nicht wirklich Hahn. Namen ändere ich grundsätzlich. Ähnlichkeiten mit irgendwelchen Personen sind beabsichtigt.
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Essen in Hessen Äppelwoi Rippsche Handkäs und Leitersche