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Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.

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* Vorurteile *

 

Vorurteile


Verfasser ist mein Co-Autor Pitti

 

Hatte ich doch am letzten Freitag eine kleine Meinungsverschiedenheit mit meiner (besseren Hälfte?). Wir saßen gemütlich beim gemeinsamen Abendessen und plauderten über einen für Sie ziemlich verkorksten Tag. Sie erzählte mir, teilweise mit Käsebrot zwischen den Zähnen, was alles ihren Arbeitstag so negativ beeinflusst hatte.

 

 

Nur informationshalber möchte ich erwähnen, dass Ihr berufliches Zuhause im Uhren-Schmuck-Bereich liegt, und sie als Filialleitung mit drei russischen Emigrantenfrauen, einer Türkin und einer Deutschen, zweischichtig im Wechsel arbeitet.

 

Angefangen hätte es schon gleich morgens, bevor der Laden geöffnet wurde. Da das Geschäft pünktlich geöffnet werden muss, sollten von der Spätschicht des Vortages gewisse Vorbereitungen getroffen werden. Diese widerum dienen der Frühschicht, ohne große Komplikationen ein zügiges Vorbereiten, für den Verkauf. Doch dieses Vorhaben misslang, ohne ins Detail zu gehen, an jenem Freitag der kein 13. war. Es traten in der Spätschicht des Vortages nicht nur Missverständnisse, sondern auch oberflächliche Aktivitäten zu Tage, die den langjährigen Mitarbeiterinnen nicht passieren durften.

 

In meiner ganzen Naivität, meine Meinung an die Frau bringen zu müssen und das Ganze durch mitfühlende Worte zu unterstreichen, ging völlig daneben. Mir entschlüpften Sätze wie;

 

Das ist doch nicht das erste Mal, dass sie dich im Stich ließen. Du weißt doch, dass Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit im russischen - türkischen Vokabular zwar vorkommen, aber dennoch kleingeschrieben werden. Andere Nationalitäten – andere Mentalitäten“.

 

Doch dies erwies sich als eine Freud`sche Fehlleistung. Sie wertete meine gutgemeinten Aussagen als „Vorurteile“ und schaute mich dabei an, als hätten nur Deutsche Männer Haarausfall. Sie überschüttete mich mit einem Schwall Argumente, die gegen meine Behauptungen stehen sollten, bis ich plötzlich keinen Appetit mehr hatte. Hier zeigte sich das Bild einer Frau, die ihren angestauten Ärger nicht nur unterdrückte, sondern ihn auch noch mit nach Hause brachte.

 

Es fielen Worte wie:

 

überfordert, inkompetent, zickig, oberflächlich usw.

 

Als die Phase der Erregung langsam abebbte, versuchte ich unsere Meinungsverschiedenheiten auf einen normalen Level zu bringen. Ich fragte sie:

 

Ist das wirklich deine Überzeugung“?

 

Darauf erwiderte sie sehr sehr zögerlich:

 

Na ja, ganz unrecht hast Du wohl auch nicht“!

 

Dann erzählte sie mir noch drei weitere beklagenswerte Geschichten, die

deren Inhalte ich aber klugerweise nicht mehr kommentierte. Ich beendete die Diskussion mit Vorurteil und dem folgenden Satz:

 

Die Chefin wird’s schon richten.“

 

Frage: „Wo verstecken sich hier Vorurteile“?

 

 

Das Vorurteil

 

Es ist sehr schwierig zu zertrümmern,

die Meinung ohne Handlungswert,

ein Vorurteil das tut sich kümmern,

nur nicht um den Erfahrungswert.

 

Was wirklich „Gut“, was wirklich „Schlecht“,

das ist bestimmt durch Meinung,

grad wie es passt ins eigne Recht,

so kommt es zur Erscheinung.

 

Hier bleibt im Dunkeln oft die Wahrheit,

begleitet von der Tiefe Kern,

bis es gebracht zur wahren Klarheit,

das braucht viel Zeit, die meist doch fern.

 

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