Mein Kalender soll für alle Fälle gut sein, Ferien-Feiertage-andere Länder-wichtige Geburtstage und Ereignisse, interessante Web-Links - gute Sprüche - viele Fotos und Bilder, Geschichten über meine Katzen, meine Menschen, meine Sachen. Tolle Reisen. Aktuelles, Musik und Humor.
Das war bisher geschehen:
und Eine üble Geschichte, Teil 7
Von den Strapazen der Reise erholte ich mich gut, die Wunden heilten und nach einer Woche waren auch Magen und Darm wieder in Ordnung. Nur das Kopfweh blieb und wurde schlimm, wenn ich alleine war, aber das kam vom vielen Grübeln. Ich war noch 2 ½ Wochen krank geschrieben. Die Kopfschmerzen blieben schlagartig weg, nachdem Michael mir endlich gesagt hatte, dass der brisante Inhalt meines Reisegepäcks längst beim BKA ist. Nicht nur das Maschinengewehr war da. In meiner Handtasche fand man einen Stapel Reisepässe verschiedener Personen. Für jede Person gab es mindestens drei Pässe mit unterschiedlichen Namen und anderen Nationen. Von mir existierten vier Pässe aus drei Ländern, dabei auch der echte deutsche. Zur Erklärung: meine Handtaschen haben immer Maxiformat, halbe Überseekoffer sind das.
„Woher hatten die denn Passfotos von mir?“, überlegte ich. „Ach ja, klar, beim ersten Treffen mit Waltraud und den anderen in Frankfurt hatte Kemo `Andenkenfotos´ gemacht. Erst eins mit allen zusammen und dann wollte Kemo unbedingt noch jede Person einzeln fotografieren.“ Wer hätte damals, wo es so lustig war, etwas Schlechtes vermutet?
Dann kam mein erster Arbeitstag.
Marion, mit der ich in der Frankfurter Firma das Büro teile, berichtete mir, dass mehrmals eine Frau angerufen und nach mir gefragt hat. Sie behauptete, dass ich auf einer gemeinsamen Reise plötzlich verschwunden war. „Wieso?“, meinte Marion, „Xammi ist krank und zu Hause.“ Da wollte sie unbedingt meine Adresse. Als Marion sagte, dafür will sie mich erst mich um Erlaubnis fragen, war die Frau unfreundlich geworden und dann richtig böse.
Ich kenne Marion. Wenn ihr jemand dumm kommt, schaltet sie auf stur. Gut so, sie rückte jetzt erst recht keine Information raus. Die Frau rief trotzdem noch mehrmals an, wollte wenigstens meine Telefonnummer. Jansen oder so ähnlich ist ihr Name.
Waltraud! Das war Waltraud Hansen.
Damals, bei unserem ersten Treffen mit den alten Bekannten, hatte ich erzählt wo ich arbeite. Waltraud hatte ansonsten nur meine Handynummer gehabt, von dem Handy, das vermutlich irgendwo auf dem Balkan geblieben ist.
Was ein Glück, dass mir Michael von den Funden in meinem Gepäck erzählt hatte! Ich wusste, dass ich sehr vorsichtig sein musste.
Am Nachmittag rief Waltraud tatsächlich an. Sie erkundigte sich freundlich, wie es mir geht und wieso ich auf einmal in Albanien weg gewesen bin. Kein Wort verlor sie über das Chaos in dem Haus, keine Silbe über ihr eigenes Verschwinden.
Ich tat so, als wäre alles ganz normal gewesen, log ihr vor, dass ich bei meiner Fahrradtour deutsche Urlauber kennen gelernt hätte und kurz entschlossen mit denen im Auto zurück gefahren bin, weil es mir nicht gefallen hat. Ob sie nicht meinen Zettel gefunden haben, den ich auf den Küchentisch gelegt hatte, fragte ich. Da hatte ich doch erklärt, warum ich abreise, behauptete ich weiter.
Scheinheilig fragte ich sie, ob ihr Aufenthalt in Albanien gewesen schön war. „Wir haben Dich gesucht“, gab sie giftig zur Antwort. „Aber ich dachte mir schon, dass es Dir nicht gefallen hat und Du deshalb mit Deinem Gepäck abgehauen bist.“ Dann erzählte sie noch, dass das Auto von Klaus geklaut worden ist und sie Schwierigkeiten gehabt hatten, Ersatz-Reisepässe zu bekommen.
Das glaubte ich ihr gerne...
Wie es den anderen geht, erkundigte ich mich. Sie gab mir keine Antwort, sondern fragte, ob wir zwei uns mal treffen. Darauf hatte ich aber null Bock. „Vielleicht ein anderes Mal, wenn ich mehr Zeit habe. Die nächsten Tage habe ich noch Arzttermine nach Feierabend“, war meine Antwort.
Seitdem habe ich nichts mehr von Waltraud gehört, auch nicht von den anderen. Bin froh.
Axel, der BKA-Mann, ist auch nicht gerade ein sprudelnder Quell an Informationen. Bei seinem Beruf ist das ja nicht verwunderlich. Und so geriet bei mir die Sache im Laufe der Monate seit Mai/Juni langsam in Vergessenheit.
Vorige Woche waren mein Mann und ich mit Axel und seiner Frau verabredet. Da endlich erfuhr ich einige Neuigkeiten, die Axel aus seiner Arbeit weitererzählen durfte.
In der nächsten Fortsetzung:
Die Neuigkeiten